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Zahnimplantate bei Nichtanlage von Zähnen (Aplasie)

Zahnimplantate erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie ermöglichen eine hochwertige Versorgung bei Zahnlosigkeit und ermöglichen das Schließen kleiner und größerer Lücken. Gerade bei einer angeborenen oder erworbenen Nichtanlage von Zähnen bieten Zahnimplantate gegenüber klassischen Behandlungsmaßnahmen viele Vorteile. Eine Versorgung mit Zahnimplantaten bei Nichtanlage von Zähnen ist sowohl für den Zahnarzt als auch den jungen Patienten eine Herausforderung und erfordert spezielle Kenntnisse aus den Bereichen der Implantologie, Oralchirurgie und Kieferorthopädie.

Was ist eine Aplasie?

Im Allgemeinen wird unter Aplasie die Nichtausbildung von Organen verstanden. Die Zahnmedizin bezieht sich mit diesem Begriff also auf die Nichtausbildung von Zähnen, wie sie beispielsweise bei Weisheitszähnen vorkommt. Eine Aplasie zählt zu den am häufigsten auftretenden Zahnanomalien des bleibenden Gebisses. Nur sehr selten ist bereits das Milchgebiss betroffen.

In der Regel ist eine Nichtanlage von Zähnen genetisch bedingt und stellt sich mit dem Fehlen von einem oder mehrerer bleibender Zähne dar. Aufgrund dessen sie meist schon im Jugendalter erkannt und therapiert wird, wenn der Durchbruch der bleibenden Zähne teilweise oder vollständig ausbleibt. Während ein gesundes menschliches Gebiss über 32 Zähne verfügt, könne bei einer Aplasie mehrere bis alle Zähne fehlen. Dabei verteilt sich die Häufigkeit des Fehlens der betroffenen Zähne wie folgt:

  • Dritte Molaren (Weisheitszähne) ca. 22-28%
  • Prämolaren in Mandibula (Backenzähne im Unterkiefer) ca. 5,3%
  • Prämolaren in Maxilla (Backenzähne im Oberkiefer) ca. 2,6%
  • Seitliche obere Schneidezähne 0,5-3%
  • Mittlere untere Schneidezähne 0,5-1,4%

Aufgrund dieser Verteilung kann die Nichtanlange von Zähnen unterschiedliche Formen annehmen, sodass eine Kategorisierung in verschiedene Begrifflichkeiten gängig ist. Während das Fehlen von nur wenigen Zähnen als Hypodontie (Zahnunterzahl) bezeichnet wird, werden hochgradige Zahnmängel Oligodontie (Fehlen ganzer Zahngruppen; ab 6 Zähnen) und eine vollständige Zahnlosigkeit Anodontie genannt. Dabei kann die Nichtanlange von Zähnen sowohl nur im Oberkiefer oder Unterkiefer als auch als multiple Aplasie in beiden Kiefern auftreten.

Angeborene und erworbene Nichtanlage von Zähnen

Für eine echte Aplasie sind in der Regel genetische Ursachen zu finden. Meist wird die Nichtanlage der Zähne vererbt, sodass oft auch Familienmitglieder aus dem engen Umfeld betroffen sind. Eine angeborene Nichtanlage von Zähnen kann darüber hinaus auch im Zusammenhang mit einer Entwicklungsstörung oder Wachstumsstörung einhergehen oder gemeinsam mit erblichen Defekten wie z.B. der Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, dem Down-Syndrom oder Kleinwuchs.

Dem gegenüber steht die erworbene (unechte) Nichtanlage von Zähnen. Das Fehlen eines oder mehrerer Zähne kann dann beispielsweise durch einen Zahnunfall oder eine schwere Parodontitis verursacht sein und kommt nicht ausschließlich bei Jugendlichen vor. Frühzeitiger Zahnverlust kann auch aufgrund einer Knochenmarksentzündung oder durch Röntgenstrahlung hervorgerufen werden. Letzteres tritt ein, wenn bereits das Milchgebiss starker Strahlenbelastung ausgesetzt war, sodass der Zahnkeim der bleibenden Zähne (die embryonalen Zellen von Zähnen) nachhaltig geschädigt wurde und sich diese nicht mehr ausbilden können.

Behandlung bei Nichtanlage von Zähnen

Da die Anwesenheit von Zähnen einen erheblichen Einfluss auf das Kieferwachstum und sowohl auf die gesamte Zahngesundheit als auch Lebensqualität des Betroffenen hat, muss möglichst frühzeitig ein optimaler Ersatz für jeden fehlenden Zahn gewährleistet werden. Für einen optimalen Therapieerfolg ist daher eine frühzeitige Diagnose wichtig. Idealerweise wird die Aplasie schon im Kindesalter diagnostiziert und behandelt.

So wird sichergestellt, dass alle notwendigen Behandlungsschritte bis zur vollständigen Gebissentwicklung so gestaltet und geplant werden, dass eine Versorgung mit zufriedenstellendem Zahnersatz bei möglichst geringer physischer und psychischer Belastung für den Patienten möglich ist. Das heißt, liegt eine angeborene Nichtanlage von Zähnen vor, ist in den meisten Fällen keine sofortige und langfristige Behebung des Problems bzw. der Zahnlücke(n) vorgesehen.

Denn Nichtanlagen gehen häufig mit starken Zahnfehlstellungen einher, sodass herkömmliche Behandlungsansätze nur selten die gewünschten Erfolge bringen. Vielmehr verlangt die Behandlung von Aplasie eine enge und weitsichtige Zusammenarbeit von Kieferorthopädie, Oralchirurgie und Implantologie. Denn um ein Zahnimplantat bzw. den Zahnersatz sicher in die Zahnreihe eingliedern zu können, muss in den meisten Fällen erstmal Platz in der Zahnreihe geschaffen werden.

Dabei hat die Kieferorthopädie die Aufgabe, die Zähne so im Kiefer zu platzieren, dass ein ausreichendes Platzangebot und eine optimale Ausgangslage für die prothetische Versorgung geschaffen wird und im Idealfall ein Lückenschluss mit nur wenigen Zahnimplantaten möglich ist. Während hingegen der Oralchirurgie die Verantwortung obliegt mögliche Hindernisse hierfür oder für spätere implantologische Eingriffe zu eliminieren. Das kann mitunter auch einen Knochenaufbau oder eine Spreizung des Kieferknochens (Bone-Splitting) erforderlich machen.

Um eine optimale Gebiss- und Zahnsituation für die zukünftige Implantation zu schaffen, zählt auch die Vermeidung und Therapie von:

  • negativen Auswirkungen auf das orale Weichgewebe
  • ästhetischen und funktionellen Einbußen des Gebisses und Gesichts
  • unnatürlicher Belastung des Kiefers
  • Fehlfunktionen des Kiefergelenks (CMD)
  • Problemen beim Schlucken, Sprechen und Kauen
  • psychosozialen Belastungen

Für das erfolgreiche Verankern von Zahnimplantate bei einer Aplasie, ist der Zahnarzt bzw. Implantologe also auch auf die erfolgreiche Vorarbeit seiner Fachkollegen angewiesen. Somit liegt der endgültige Erfolg einer Implantation letztlich in den Händen aller beteiligten Ärzte. Diese enge Zusammenarbeit erfordert mehr Aufwand und Zeit, bietet aber durch seine zukunftsorientierte Behandlungsplanung auch die Möglichkeit unnötige Eingriffe und Folgen für den Patienten zu vermeiden und die langfristige Funktionsfähigkeit sowie Ästhetik der Zähne wiederherzustellen.

Die Vorgehensweise bei erworbenen Nichtanlagen unterscheidet sich im Wesentlichen kaum von dem oben dargestellten Behandlungsprozess. Während bei angeborener Aplasie bereits im Kindesalter Vorkehrungen getroffen werden, wie die Zahnlücken zu schließen und fehlende Zähne optimal zu ersetzen seien, spielt eine erworbene Nichtanlage von Zähnen meist erst im Erwachsenenalter eine Rolle. Hier setzt die Behandlung den Fokus darauf, zunächst die Ursachen des Zahnverlustes zu therapieren (z.B. mit einer Parodontitisbehandlung) und anschließend mit der implantologischen Behandlung zu beginnen.

Wie werden Hypodontie, Oligodontie und Anodontie genau behandelt?

Heutzutage bietet die moderne Zahnmedizin zahlreiche Möglichkeiten fehlende Zähne zu ersetzen. Im Fall einer Nichtanlage von Zähnen bei Jugendlichen bieten bestimmte Zahnimplantate bzw. Implantatsysteme für die Behandlung der jeweiligen Zahnsituation entscheidende Vorteile gegenüber konventionellen Therapiemaßnahmen.

Mini-Implantate als temporärer Zahnersatz zum Lückenschluss

Nicht bei allen Aplasie-Patienten ist von vornherein das Schließen einer Zahnlücke möglich oder im Behandlungsplan vorgesehen. Manchmal kann der Erhalt einer Lücke durchaus beabsichtigt sein z.B., wenn zunächst eine kieferorthopädische Behandlung notwendig ist. Da in aller Regel erst nach dem Abschluss der Wachstumsphase ein dentales Zahnimplantat in entsprechender Länge sicher implantiert werden kann, stellt sich die Frage, welche Versorgung vom Ende der kieferorthopädischen Behandlung bis zum Zeitpunkt der Implantation durchgeführt werden kann.

Bei frühzeitigem Behandlungsbeginn ist die kieferorthopädische Behandlung zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr beendet. Um den Zeitraum von etwa drei bis sechs Jahren zu überbrücken, sind Mini-Implantate herkömmlichen Behandlungswegen wie Klebebrücken oder herausnehmbaren Prothesen weit überlegen. Nicht nur, dass Prothesen bei Jugendlichen unbeliebt sind, sie sind auch unkomfortabel und bringen ein zusätzliches Risiko für Kieferknochenabbau mit.

Dagegen bieten Mini-Implantate hohen Komfort bei einem Höchstmaß an Ästhetik und können schonend im minimalinvasiven Eingriff eingesetzt werden. Zudem wird während des Kieferwachstums der erforderliche Reiz des Kaudrucks über das Implantat an den Kieferknochen weitergeben, sodass dieser sich nicht zurückbilden kann. Aus einer temporären Implantatversorgung ergibt sich ein weiterer positiver Effekt: Für das spätere Implantieren der dauerhaften Zahnimplantate dient das Mini-Implantat als Platzhalter und sichert so die gewonnenen kieferorthopädischen Ergebnisse.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Mini-Implantate

Einzelzahnimplantate bei Hypodontie

Patienten mit Nichtanlangen von Zähnen weisen eine ohnehin instabile Kieferbasis auf, was zur Folge hat, dass meist beginnender Kieferknochenschwund vorliegt. Bei unzureichendem Knochenangebot kann dann ein Knochenaufbau notwendig werden, um konventionelle Therapiemaßnahmen wie beispielsweise einer Brücke festen Halt zu geben und gewährleisten zu können, dass der Zahnersatz lange hält. Das ist aufwendig und belastet den Patienten zusätzlich. Die entscheidenden Vorteile eines Einzelzahnimplantats sind, dass weder gesunde Zahnsubstanz abgetragen werden muss, um die Brücke zu befestigen, noch zwingend ein Knochenaufbau notwendig ist.

Zahnimplantate bei Oligodontie und Anodontie

Bei einer ausgeprägten Oligodontie mit vielen fehlenden Zähnen ist oft eine prothetische Versorgung ohne Zahnimplantate gar nicht realisierbar. Denn für die Fixierung des Zahnersatzes in Form von Brücken oder Kronen gibt es zu wenig eigene Zähne, die diesen tragen könnten. Folglich stellt eine Versorgung auf Basis von Zahnimplantaten die sicherste und optimalste Lösung dar. Speziell bei einer multiplen Aplasie oder einer vollständigen Zahnlosigkeit eignet sich das All-On-4™-Konzept. Das einzig auf vier Implantaten basierende Behandlungsverfahren ermöglicht eine stabile Verankerung von Prothesen und kann mitunter ohne einen Knochenaufbau durchgeführt werden.

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