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Experten-Sprechstunde

Knochenaufbau für Implantate

Dr. Simone Jansen-Schick

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet Dr. Simone Jansen-Schick, Zahnärztin aus Mönchengladbach (Lürrip), Fragen von Patienten zum Thema: Knochenaufbau für Implantate

Die Stabilität und Festigkeit des Kieferknochens ist für den Halt der Zähne das A und O.

Wenn ein Patient sich nach einem Zahnverlust für Zahnimplantate entscheidet, muss also sichergestellt werden, dass die Zahnimplantate fest im Kiefer einwachsen können. Dafür muss sowohl in der Höhe als auch in der Breite genügend Kieferknochen vorhanden sein.

Wenn ein Zahn gezogen wurde oder verloren gegangen ist, baut sich der Kieferknochen nach und nach ab. Das nennt sich Knochenabbau (Atrophie). Bei einem eventuell nicht behandelten Knochenabbau besteht dann das Risiko, dass die Zahnimplantate keinen ausreichenden Halt haben und „rausfallen“.

Ein Knochenaufbau für Zahnimplantate kann also das Risiko bereits im Vorfeld einer Implantation eliminieren und der Halt sowie die Langlebigkeit der Implantate sicherstellen.

Nein. Ein Knochenaufbau ist dann notwendig, wenn das Implantat, welches eingesetzt werden soll, für den vorhandenen Kiefer zu groß ist. Natürlich erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Knochenabbau, je mehr Zeit man zwischen einem Zahnverlust und einer Implantation verstreichen lässt.

Der Knochenabbau ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Man geht davon aus, dass der Kieferknochen etwa 0,1 bis 1mm  pro Jahr abbaut.

Je nach persönlicher Situation, Patientenwunsch und medizinischer Machbarkeit gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, einen Knochenaufbau vorzunehmen.

In beiden Fällen wird das das Zahnfleisch an der zu behandelnden Stelle angehoben und das mit Eigenblut vermischte Knochenersatzmaterial eingebracht werden. Die Wunde wird mit einer Membran abgedeckt und das Zahnfleisch abschließend vernäht. Nach der Einheilung, die mehrere Monate in Anspruch nehmen kann, steht einer Implantation nichts mehr im Weg.

Eine andere Möglichkeit besteht darin das Zahnimplantat direkt zusammen mit dem Knochenersatzmaterial in den Kieferknochen einzubringen.

Grundsätzlich gibt es folgende Arten von Knochenersatzmaterialien:

  • Industriell hergestelltes, künstliches Knochenersatzmaterial
  • Verpflanzung von Eigenknochen (z.B. aus dem Kinn, Kiefer oder Beckenkamm)
  • Tierisches Material (z.B. Rinderknochen)
  • (fremde) menschliche Spender
  • stehen Materialien künstlicher, tierischer und menschlicher Herkunft für einen Knochenaufbau zu Verfügung.

Bei künstlichem Knochenersatzmaterial handelt es sich um synthetische Produkte, die der Struktur des menschlichen Knochengewebes nachempfunden sind. Sie werden in Form von Granulat in den Kiefer eingebracht und bilden daraufhin eine stabile Grundlage für eine Implantation.

Die sicherste und schnellste Heilung bietet jedoch transplantierter Eigenknochen des Patienten (z.B. aus dem Beckenkamm).

Für einen Knochenaufbau ist in der Regel keine Vollnarkose notwendig, sie erhöht bei einer umfangreichen Behandlung oder bei Angstpatienten aber den Komfort. Ein Knochenaufbau unter Vollnarkose ist für den Patienten stressfrei, da er von dem Eingriff nichts mitbekommt und nach dem Aufwachen die Praxis wieder verlassen kann.

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Kosten für Knochenaufbau neben dem operativen Aufwand von den verwendeten Materialien und deren Menge abhängen. Die zu verwendende Menge wiederum hängt von der Schwere des Defekts und der Anzahl der einzusetzenden Zahnimplantate ab.

Die Kosten für einen Knochenaufbau werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Wenige Ausnahmefälle sind z. B. Unfälle oder Tumorbehandlungen.

Bitte sprechen Sie im Vorfeld einer Behandlung mit Ihrer Krankenkasse, um eine eventuelle Kostenübernahme für einen Knochenaufbau anhand Ihres Heil- und Kostenplans zu besprechen.

Anmerkung der Redaktion: Auch private Krankenversicherungen übernehmen nicht unbedingt und nur selten komplett die Kosten für einen Knochenaufbau.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.zahnimplantate-arztsuche.de

Zuletzt aktualisiert am: 25.02.2020

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