Schleichende Gefahr für Ihr Implantat
Zahnimplantate und der darauf sitzende Zahnersatz übernehmen in ihrer Funktion die Aufgaben eines natürlichen Zahns. Wie für die natürlichen Zähne besteht so auch bei Implantaten das Risiko von Erkrankungen des angrenzenden Gewebes.
Inhaltsverzeichnis
Eine Periimplantitis ist eine Entzündung, die das Gewebe um das Zahnimplantat herum betrifft und mit dem Abbau von Kieferknochen einhergeht. Unbehandelt führt sie unweigerlich zum Verlust des Zahnimplantats.
Eine Periimplantitis ist zum Teil mit einer Parodontitis vergleichbar, bei der ebenfalls bestimmte Bakterien zum Knochenabbau führen. Der Begriff stammt zwar aus dem Bereich der Implantologie, doch immer mehr Zahnärzte, die selbst keine Implantate setzen, sind mit dieser Erkrankung vertraut. Kommt es bei Patienten mit Implantaten zum Zahnarztwechsel, sei es aufgrund eines Umzugs oder der Unzufriedenheit mit ihrem Behandler, kommen auch nichtspezialisierte Zahnärzte in Kontakt mit diesem Krankheitsbild.
Die periimplantäre Mukositis und die Periimplantitis sind beides Entzündungen, die die Schleimhaut um das Implantat herum betreffen. Während die periimplantäre Mukositis nur leichte Entzündungen der Schleimhaut bezeichnen, handelt es sich bei Periimplantitis um eine stärkere Entzündungsreaktion, die sogar mit Knochenabbau einhergehen kann. Die periimplantäre Mukositis ist somit die Vorstufe zur Periimplantitis.
Wie am natürlichen Zahn lagern sich auch an Zahnimplantaten und implantatgetragenem Zahnersatz Beläge an. Werden diese Beläge nicht regelmäßig gründlich entfernt, so kann es zu einer Entzündung der Schleimhaut über dem Zahnimplantat, einer periimplantären Mukositis, kommen. Diese Entzündung ist in etwa mit einer Gingivitis, einer Zahnfleischentzündung, gleichzusetzen. Sie kann jedoch durch die Beseitigung der verursachenden Beläge in der Regel wieder komplikationslos ausheilen. Setzen sich die Beläge an den Implantaten jedoch fest, greift die Entzündung den Kieferknochen an und es kommt schließlich zum Knochenabbau.
Folgende Faktoren können eine Periimplantitis begünstigen:
Eine Periimplantitis äußert sich zunächst durch leichte Schmerzen beim Berühren des Zahnfleisches am Rand der Implantate, Schmerzen am Zahnimplantat sowie rotes und geschwollenes Zahnfleisch. Eine bereits fortgeschrittene Periimplantitis hingegen weist zudem weitere Symptome wie zurückweichendes Zahnfleisch oder die Lockerung der Implantate auf.
Aufgrund dessen ist eine Untersuchung des Parodontalzustands vor einer Implantation zwingend notwendig, um die Ausbreitung einer eventuell bestehenden Parodontitis auf ein geplantes Zahnimplantat zu vermeiden und die Risiken für Implantate zu mindern. Dies ist mit Hilfe eines speziellen Markertest bei Ihrem Zahnarzt in der Praxis oder z. B. mit dem PerioSafe® Home Test möglich. Lesen Sie hier mehr zum Thema Periimplantitis-Früherkennung.
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Der abgebaute Knochen kann nicht wieder regenerieren und ist unwiderruflich verloren. Im schlimmsten Fall wird so viel Knochen abgebaut, dass es zum Verlust des Zahnimplantats kommt.
Bei der Behandlung einer Periimplantitis geht es primär darum, die entzündungsauslösenden Bakterien zu beseitigen. Dies kann mit unterschiedlichen Methoden erreicht werden, deren Wahl von dem Stadium der Entzündung abhängen. Auf jeden Fall muss eine professionelle Reinigung durch den Zahnarzt vorgenommen werden. Spezielle Spüllösungen helfen bei der Beseitigung der Bakterien.
Ein weiteres Therapie-Verfahren stellt die Lasertherapie dar, durch welche die Bakterien abgetötet und das Fortschreiten der Entzündung gestoppt wird. Wurde die Periimplantitis zu spät behandelt und es liegt bereits ein Knochendefizit vor, besteht zusätzlich die Notwendigkeit für einen Knochenaufbau, damit das Zahnimplantat wieder ausreichend Halt findet. Die Therapie besteht dann darin, das Implantat zu entfernen und die Zahnfleischentzündung zu kontrollieren. Ist diese abgeheilt, kann der Knochen wieder aufgebaut und ein neues Implantat gesetzt werden.
Wichtig ist in jedem Fall, dass bei Feststellung der Erkrankung schnell eine entsprechende Behandlung vollzogen wird. Denn im Vergleich zur Parodontitis am natürlichen Zahn besteht am Implantat die Gefahr eines schnelleren Vordringens der Entzündung. Durch den Fremdkörper bestehen Schwächen in der Abwehr, welche sich Bakterien gerne zunutze machen.
Die beste Vorsorge ist die richtige Mundhygiene. Wenn Sie die Entstehung von Zahnbelägen verhindern und den Bakterien keinen Nährboden liefern, halten Sie das Risiko für eine Periimplantitis gering. Unterstützend ist eine regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt dringend empfohlen. So können eventuelle Erkrankungen des Zahnfleisches frühzeitig erkannt und behandelt werden. Besonders die Nachsorgetermine nach dem Einsetzen von Implantaten sind wichtig, da hier die Einheilung kontrolliert und überwacht wird.
Auch eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung zählt zu den Mitteln der Prophylaxe, da die Zähne und Implantate somit an den Stellen gereinigt werden, welche die normale Zahnbürste nicht erreicht.
Die Kostenübernahme hängt stark von dem Versicherungsstatus des Patienten ab – sind Sie gesetzlich versichert, privat oder besteht ggf. eine Zahnzusatzversicherung? Am besten nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Versicherung auf und klären direkt, ob Kosten übernommen werden. So sind Sie auf der sicheren Seite.
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Zahnimplantate - Periimplantitis
Patienten mit Zahnimplantaten möchten ihre Implantate natürlich lange erhalten. Mangelt es jedoch an der Pflege des Implantats, gelingt das nicht, und es kommt zu einer Periimplantitis, also einer Entzündung des Gewebes rund um das Implantat. Dann muss ein Spezialist ran! In der Experten-Sprechstunde "Zahnimplantate - Periimplantitis" beantwortet Dr. Sven Glindemann, Zahnarzt aus Düsseldorf (Düsseltal), Fragen zur Entstehung sowie Therapie von Periimplantitis.
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