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Experten-Sprechstunde

Zahnimplantate für Parodontitis- und Risikopatienten

Dr. Achim Schmidt

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet Dr. Achim Schmidt, Zahnarzt aus München (Neuhausen-Nymphenburg), Fragen von Patienten zum Thema: Zahnimplantate für Parodontitis- und Risikopatienten

Herkömmliche Zahnimplantate aus Titan bieten mit einer 95 prozentigen Erfolgsrate in der Regel eine sichere Behandlungsmöglichkeit. Allerdings haben „normale“ Zahnimplantate einige Problemzonen, die dazu führen, dass sie sich nicht für Parodontitis- und Risikopatienten eignen.

Um eine erfolgreiche Versorgung mit Zahnimplantate gewährleisten zu können, muss das Zahnimplantat richtig mit dem Kieferknochen zusammenwachsen. Dafür wurden Zahnimplantate über die Jahre hinsichtlich Ihrer Oberflächenstruktur optimiert. Heutige Zahnimplantate besitzen eine angeraute Oberfläche. Diese fördert nicht nur das Knochenwachstum, sondern auch die Verbindung zwischen dem eingesetzten Zahnimplantate und dem Knochen.

Da Zahnimplantate aus Titan durch geringe Mengen an Nickel und Zinn verunreinigt ist und es zum direkten Kontakt zwischen Metalloberfläche und den Knochenzellen kommt, kann eine Diffusion von Metallionen nicht ausgeschlossen werden. So kann es beispielsweise zu einer allergischen Reaktion gegen Zahnimplantate kommen.

Um die Versorgung mit Zahnimplantaten auch für Parodontitis- und Risikopatienten möglich zu machen, ist es notwendig, dass die Metalloberfläche der Zahnimplantate mit einer ausreichend dicken Titan-Oxidschicht bedeckt wird.

Zwei weitere Probleme bei normalen Zahnimplantaten sind noch zu nennen.  Betrachtet man das Verbindungsstück zwischen dem im Knochen eingesetzten Implantatteil und dem Aufbauteil, das als Basis für eine Zahnkrone oder Prothese dient, ist die Gefahr groß, dass schädliche Bakterien in das Innere des Implantates eindringen und Entzündungen, eine sogenannte Periimplantitis, hervorrufen. Kommt es zu solch einer Entzündung, ist der Verlust des Zahnimplantates möglich.

Speziell für Parodontitis- und Risikopatienten konzipierte Zahnimplantate sind mit einer „Schweizer-Taschenuhr-Dichtung“ ausgestattet. Diese verhindert die Mikrobewegungen zischen dem Zahnimplantat und dem Aufbauteil und somit das Eindringen entzündlicher Bakterien.

Abschließend stellt auch der herausragende Zahnimplantat-Aufbau eine Problemzone dar, denn die Mundhöhle ist dicht mit Bakterien besiedelt. Vor allem bei Parodontitis- und Risikopatienten ist es wichtig, dass diese Plaque-Akkumulation reduziert wird und die Mundschleimhaut gut am Implantataufbau anheften kann.

Um dies zu erreichen, besitzen Zahnimplantate für Risikopatienten eine spezielle Zirkonnitrit-Hartstoffschicht. Im Vergleich zu reinem Titan ist sie 10-mal härter und hat zudem eine extrem hohe Abriebfestigkeit. Durch diese Zirkonnitrit-Schicht wird die Weichgewebsanhaftung gefördert und die Ansiedelung von Bakterien vermindert. Das Risiko an einer Periimplantitis zu erkranken wird deutlich verringert und die Langlebigkeit des Zahnimplantates erhöht.

Eine Periimplantitis stellt die, in der Regel irreversible, Entzündung des implantatumgebenden Gewebes dar. Wird eine Periimplantitis nicht behandelt, kommt es zum Knochenabbau und somit letztendlich zum Verlust des Zahnimplantates. Eine Menge Patienten unterschätzen die Vielzahl der sogenannten „späten Implantatverluste“, die häufig auf eine Periimplantitis zurückzuführen sind. 

Selbstverständlich gibt es noch weitere Faktoren, die zum Implantatverlust führen können, so unter anderem:

  • Falsche Belastung der Prothetik
  • Allgemeine Erkrankungen wie z. B. Diabetes
  • Mangelnde Nachsorge

Mit Hilfe spezieller Zahnimplantate für Parodontitis- und Risikopatienten, kann die Gefahr einer Periimplantitis deutlich reduziert werden.

Wenn Sie zur Gruppe der Parodontitis- und Risikopatienten gehören und an der Versorgung mit Zahnimplantaten interessiert sind, sollten Sie folgende Anforderungen an Ihren Behandler stellen, um maximale Sicherheit, eine optimale Versorgung und minimale Einschränkung Ihrer Geschäftsfähigkeit zu erhalten:

  • Genügend Erfahrung: Mindestens zehntausend gesetzte und prothetisch versorgte Zahnimplantate.
  • Technischer Fortschritt: Ihr Behandler sollte über neuste technische Diagnoseverfahren, wie z. B. einen digitalen Volumentomographen (3D-Röntgen), verfügen.
  • Hauseigenes Meister-Dentallabor mit einem großen zahntechnischem Labor
  • Kooperationen mit internistischen sowie kardiologischen Fachärzten

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.zahnimplantate-arztsuche.de


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Dr. Achim Schmidt, M.Sc. M.Sc.

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