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Zahnimplantate:Arztsuche

Knochenaufbau-Material / Knochenersatzmaterial

Welche Knochenaufbaumaterialien zum Einsatz kommen können

Ein Knochenaufbau im Kiefer kann mit Hilfe von verschiedenen Knochenaufbaumaterialien bzw. korrekt Knochenersatzmaterialien durchgeführt werden. Neben menschlichem oder tierischem Material gibt es mittlerweile auch künstliches Knochenaufbau-Material, das genutzt werden kann, um Knochendefekte erfolgreich zu behandeln und eine stabile Basis für Zahnimplantate zu schaffen. Das Angebot der verschiedenen Knochenaufbaumaterialien ist so groß, dass auch bei individuellen Unverträglichkeiten auf unterschiedliche Materialien zurückgegriffen werden kann.

Welches Material verwendet wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die nicht allesamt rational sind:

  • Wie viel Kieferknochen muss aufgebaut werden?
    Wenn außerordentlich viel Knochen augmentiert werden muss, ist eine Transplantation von Eigenknochen aus dem Beckenkamm womöglich eine sinnvolle Variante.
  • Welches Material bevorzugt der behandelnde Implantologe?
    Manche Behandler augmentieren ausschließlich mit Eigenknochen oder ausschließlich mit künstlichem Knochenersatzmaterial.
  • Möchte der Patient neben der Zahn-OP zusätzlich am Becken operiert werden?
  • Möchte der Patient tierisches Material im Körper haben?
  • Was ist in der jeweiligen Situation am wirtschaftlichsten?

Einen ausführlichen Überblick über die möglichen Knochenersatzmaterialien und Methoden zum Knochenaufbau finden Sie im Folgenden:

Eigenknochen (Autogenes Knochenaufbaumaterial)

Eigenknochen ist eines der gängigsten Knochenaufbaumaterialien, um einen Knochendefekt zu behandeln. Zudem ist Eigenknochen ein sicheres Knochenaufbau-Material, da keine Abstoßreaktionen des Körpers zu erwarten sind.
Je nach Größe des Knochendefekts kommen für einen Knochenaufbau mit Eigenknochen Transplantate aus der Hüfte, dem Kinn oder dem hintersten Abschnitt des Unter- oder Oberkieferkamms in Frage. Bei der Verwendung von Hüftknochen ist ein zusätzlicher Eingriff im Krankenhaus unter Vollnarkose notwendig.
Vorteil: Durch die neu eingebrachten Ersatzknochen wird eine stabile Leitstruktur geliefert und die Knochenbildung zum Verwachsen angeregt. Das eingesetzte Transplantat muss in der Regel einige Monate einheilen, bevor ein Zahnimplantat eingebracht werden kann.

Isotransplantat (Isogenes Material)

Bei isogenem Material sind der Spender und Empfänger genetisch identisch. Das ist bei Zwillingen der Fall, weshalb diese Form von Knochenersatzmaterial nur bei dieser Personengruppe einsetzbar ist. Da das Knochentransplantat, auch Isotransplantat genannt, viele gleiche genetische Marker aufweist, kann das Material besonders gut eingegliedert werden ohne eine Antigen-Antikörper-Reaktion (Immunreaktion) auszulösen.

Knochenaufbau durch Fremdknochen (Allogenes Material)

Bei dem Knochenaufbau mit menschlichem Fremdknochen werden gefriergetrocknete- oder Leichenspenderknochen verwendet. Hierbei muss der Spender Kriterien erfüllen, die zum Patienten passen. Zuerst klingt das Verfahren etwas gewöhnungsbedürftig, Fremdknochen als Knochenaufbau-Material zu verwenden. Es beinhaltet jedoch einige Vorteile:

  • Es regt die Knochenneubildung an
  • Es ist volumenstabil
  • Es ist auch für größere Knochendefekte verwendbar
  • Es führt zu einer schnelleren Knochenbildung als es bei künstlichen oder xenogenen Knochenaufbaumaterialien der Fall ist

Bei der Verwendung von Fremdknochen als Material für Knochenaufbau fallen jedoch höhere Kosten an. Zudem ist ein geringes Restrisiko für die Übertragung von Krankheiten sowie eine Immunreaktion nicht auszuschließen.

Tierisches oder pflanzliches Gewebe (Xenogenes Material)

Xenogene Knochenersatzmaterialien werden aus tierischem oder pflanzlichem Gewebe hergestellt. Das bekannteste xenogene Material ist Bio-Oss® der Firma Geistlich Biomaterials, das aus Rinderknochen hergestellt wird. Grundbestandteil von xenogenen Knochenaufbaumaterialien ist Hydroxylapitat. Das ist eine Substanz, die auch im menschlichen Knochen vorkommt.
Da viele Implantologen und Patienten aufwendige Operationen zur Gewinnung von Eigenknochen vermeiden möchten, werden xenogene Knochenersatzmaterialien sehr häufig und in vielen Praxen ausschließlich verwendet.
Vorteil: Die xenogenen Materialien für Knochenaufbau sind gut erforscht und ermöglichen eine erfolgreiche und verlässliche Knochendurchbauung.

Synthetische Knochenmaterialien (Alloplastisches Material)

Zu synthetischen Knochenaufbau-Materialien zählen Trikalziumphosphate, die je nach Indikation in unterschiedlichen Partikelgrößen gefertigt werden, Kalziumsulfat, Glaskeramik oder Polymere. Künstliche Knochenersatzmaterialien in Form von kleinen Körnchen ähneln dem mineralischen Anteil des menschlichen Knochens. Im Gegensatz zu anderen Knochenaufbaumaterialien regen sie nicht selbst die Knochenneubildung an, sondern bilden ein Gerüst für das Wachstum von Eigenknochen, das mit der Zeit von Knochenzellen unterwandert wird und somit Knochendefekte schließt.
Vorteil: Keine zusätzliche Operation notwendig und kein fremdes oder tierisches Material im Organismus.

Tissue Engineering und Stammzellen

Tissue Engineering befindet sich noch in der Erforschung. Es gleicht dem Prinzip der Knochenzüchtung. Außerhalb des Körpers werden Stammzellen aus dem Knochenmark entnommen und in einem speziellen Brutkasten über Wochen gezüchtet. Hier ist der größte Vorteil, dass es prinzipiell Eigenknochen ist und wohl der größte Nachteil, dass die Behandlung sehr teuer ist und die Behandlungsdauer länger dauert.
Vorteil: Eigenknochen ohne zusätzliche Operation. Die Stammzellen müssen aber natürlich dennoch entnommen werden.

Kosten und Kostenunterschiede

Eine pauschale Preisnennung ist verständlicherweise nicht möglich und ist extrem vom tatsächlich aufzubauenden Knochen abhängig. Bei kleineren Augmentationen können mitunter Knochenspäne vom Bohren an der zu implantierenden Stelle selbst ausreichen, wodurch die Fremdkosten geringer ausfallen als bei einer zusätzlichen Operation oder dem Zukauf von Knochenersatzmaterial. Bei einem größeren Knochenaufbau wird allerdings auch mehr Material benötigt. Grundsätzlich ist dies Teil des ausführlichen Beratungsgesprächs und sollte auch nur dort abschließend erklärt werden.
Die Kosten für einen Knochenaufbau werden von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nur in absoluten Ausnahmefällen und auch bei privaten Krankenversicherungen (PKV) in den meisten Fällen nur anteilig übernommen bzw. erstattet. Patienten sollten also in jedem Fall vor einer Behandlung auch ein Gespräch mit ihrem Versicherer führen.
Wenn Sie eine Beratung hinsichtlich eines Knochenaufbaus wünschen, finden Sie in unserer Arztsuche Behandler in Ihrer Nähe.

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