Ihr Patienten-Portal
für Zahnimplantate

Zahnimplantate:Arztsuche

Knochenaufbau (Knochenaugmentation)

Indikationen, Gründe, Methoden und Kosten eines Knochenaufbaus

Ein Knochenaufbau wird notwendig, wenn die Menge an Knochen nicht ausreicht oder die Kieferknochenstruktur nicht stimmt, um ein Zahnimplantat fest im Kiefer zu verankern. Grund hierfür ist Knochenschwund bzw. Knochenabbau, der in Folge von Zahnlosigkeit oder Zahnerkrankungen entstanden ist und ohne eine adäquate Behandlung weiter fortschreitet. Dann ist auch das übrige Gebiss von schweren Folgen für die Zahngesundheit und weiterem Zahnverlust bedroht.

Erfahrungsgemäß hat sich gezeigt, dass ein dichterer Kieferknochen Zahnimplantate deutlich besser annimmt, als ein dünner, poröser Knochen. Somit gilt: Je höher und dicker der Kieferknochen ist, desto besser sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Einsetzen von Zahnimplantaten.

Der Knochenaufbau, oder, wie es fachlich richtig heißt, die Kieferaugmentation oder Kieferaufbau, ist also die operative Methode, den zahnlosen Anteil des Ober- und Unterkiefers aufzubauen. 

Indikation – Wann ist ein Knochenaufbau notwendig?

Noch bis Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Knochenaufbau allein zur Verbesserung und Stabilität von Prothesen und Prothesenlagern eingesetzt. Dies ist heute nicht mehr Fall. Mit der Weiterentwicklung der Implantologie und damit von Zahnimplantaten wird ein Knochenaufbau heutzutage fast ausschließlich in Kombination mit einer Implantat-Versorgung durchgeführt.

Dafür sind unterschiedliche Gründe verantwortlich. Zum einen kann mit dem Knochenaufbau ein ausreichend großes Knochenvolumen aufgebaut werden, um ein Zahnimplantat sicher und fest zu verankern. Zum anderen kann durch das Implantieren von Knochenersatzmaterial das natürliche Knochenwachstum angeregt und so einem Knochenabbau entgegengewirkt werden. Dies wirkt sich auch positiv auf die Nachbarzähne bzw. die Zahngesundheit aus, da das Risiko für weiteren Zahnverlust minimiert wird.

Gehen natürliche Zähne, beispielsweise durch einen Unfall, verloren, kommt es aufgrund der fehlenden Belastung mit der Zeit zum Knochenabbau. Ähnlich wie Muskeln, die nicht mehr trainiert werden, schwindet nämlich auch der Kieferknochen bei Nichtgebrauch. Zahnimplantate belasten den Kieferknochen wieder physiologisch, sie stimulieren den Knochen in ähnlicher Weise wie die eigenen Zähne und beugen somit den Abbau des Kieferknochens vor.

Für die Realisierung des Knochenaufbaus wird deshalb vorausgesetzt, dass

  • eine längere Zahnlosigkeit vorliegt
  • Zahnersatz in Form von Zahnimplantaten gewünscht wird und
  • eine Implantation aber nicht ohne einen Knochenaufbau realisierbar ist,

da der Kieferknochen bereits zu stark abgebaut ist. Schwierig gestaltet sich eine Implantation, wenn der Kieferknochen weniger als 5mm breit und weniger als 8 – 10mm hoch ist. Dann kann dem Zahnimplantat nicht genügend Halt geboten werden. Je höher und dicker der Kieferknochen also ist, desto besser sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Einsetzen von Zahnimplantaten.

Spezialisten für Knochenaufbau

Hier finden Sie unsere bundesweite Arztsuche mit spezialisierten Behandlern für Knochenaufbau

> Spezialisten für Knochenaufbau

Gründe für Knochenabbau

Dass ein Knochenaufbau überhaupt erst notwendig wird, kann unterschiedliche Ursachen haben. Meist ist es eine Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis), die den Abbau des Kieferknochens hervorruft. Aber auch Zähne, die gezogen oder verloren gegangen sind, können für einen Knochenabbau verantwortlich sein.

Möglich ist auch, dass der Kieferknochen sich erst nach einer Implantation abbaut. Dann hat sich in Folge einer Periimplantitis der Bereich um das Implantat herum entzündet, wodurch diese bakterielle Entzündung in den Kieferknochen gelangen konnte. In manchen Fällen genügt es, das Implantat freizulegen und die Entzündung zu entfernen. In anderen Fällen muss das Implantat entfernt, der der Knochen ggfs. wieder aufgebaut und das Zahnimplantat reimplantiert werden.

Von Knochenschwund sind häufig Angstpatienten sowie ältere Patienten betroffen. Denn sie haben rechtzeitige Behandlungen versäumt oder tragen bereits eine prothetische Versorgung. Besonders für Prothesenträger ist Vorsicht geboten, da sich durch die unnatürliche Druckbelastung der Zahnprothese auf den Zahnhalteapparat der darunterliegende Kieferknochen abbaut. Dabei ist aufgrund der unverhältnismäßigen Druckverteilung der Unterkiefer meist stärker vom Knochenschwund betroffen als der Oberkiefer.

Unterteilung von Schweregraden und ihre Bedeutung für den Knochenaufbau

Die unterschiedlichen Stadien eines Knochenabbaus werden in sogenannte Resorptionsklassen kategorisiert. Im Allgemeinen wird die entstandene Schädigung am Kieferknochen in sechs Klassen eingeteilt. Dabei stellt Klasse 1 den Kiefer im noch bezahnten Stadium mit geringen Knochendefiziten dar, während Klasse 6 eine extreme Volumen- und Größenabnahme des bereits unbezahnten Kieferknochens und somit einen hohen Behandlungsbedarf aufweist.

Anhand dieser Kategorisierung können die notwendige Therapie und der Umfang des Knochenaufbaus bemessen werden. Je weiter der Knochenschwund fortgeschritten ist, desto komplexer wird der Knochenaufbau. Das heißt, der operative Eingriff gestaltet sich im zunehmenden Stadium der Erkrankung anspruchsvoller und erfordert dementsprechend mehr Behandlungs- sowie Einheilzeit. Und auch die Behandlungsmethode sowie die Wahl des jeweiligen Knochenersatzmaterials können davon abhängig sein.

Das Knochenersatzmaterial für einen Knochenaufbau

Die moderne Zahnmedizin bietet heute vielfältige Möglichkeiten, den natürlichen Kieferknochen zu ersetzen. Hierfür kommen unterschiedliche Knochenersatzmaterialien in Frage, deren Einsatz zum einen von dem jeweiligen Grad des Knochenschwunds und zum anderen auch von den persönlichen Kriterien und den Vorlieben des Behandlers abhängen. Denn jedes Material setzt für sich unterschiedliche Voraussetzungen voraus und bedarf eines erfahrenen Umgangs.

Heutzutage wird in erster Linie Knochenersatzmaterial in Form von Eigenknochen oder synthetischem Material verwendet. Beide Materialien sind für den Körper unbedenklich und werden von diesem gut aufgenommen. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Techniken wie das Bone Splitting und das Bone spreading, die einen Knochenaufbau ermöglichen, ohne direkt Ersatzmaterial nutzen zu müssen.

Weitere Informationen und Arten von Ersatzmaterial sowie ihren Eigenschaften finden Sie in der Rubrik: Knochenersatzmaterial für Knochenaufbau

Behandlungsmethoden bei einem Knochenaufbau

Die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode für den Knochenaufbau des Kiefers hängt vor allem von der Art des Knochendefizits ab. So kann der Kieferknochen zu schmal oder zu niedrig sein. Außerdem kommt es darauf an, an welcher Stelle im Mund (Oberkiefer, Unterkiefer, Front- oder Seitenzahnbereich) der Mangel an Knochenmasse sich befindet. Aufgrund der unterschiedlichen Knochenstruktur, sind z.B. einige Besonderheiten bei Implantaten im Oberkiefer sowie Implantaten im Unterkiefer zu beachten.

Vor allem im Seitenzahnbereich ist das Knochenangebot für eine Implantation meist ungünstig und dadurch, dass die Kieferhöhle so viel Raum im Oberkiefer einnimmt, wird in vielen Fällen ein Knochenaufbau im Oberkiefer notwendig. Häufig angewandte Techniken und Methoden für einen Knochenaufbau sind beispielsweise:

  • Sinuslift
  • Nasenbodenelevation
  • Socket-Preservation
  • Trapdoor Technik
  • Bone Spreading und Bone Splitting (Kieferknochenverbreiterung)
  • Distraktionsosteogenese (Kieferknochenerhöhung)
  • Auflagerungsosteoplastik mittels Eigenknochen (Kieferkamm-Augmentation)

Eine informative Erläuterung mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Verfahren finden Sie in der Rubrik Knochenaufbau Methoden.

Sind alle Voruntersuchungen, Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode für den Patienten abgewogen und die Planung abgeschlossen, muss zudem entschieden werden, ob eine Sofortimplantation oder eine Spätimplantation erfolgen soll. Diese Entscheidung ist unter anderem von den Kiefergegebenheiten und chirurgischen Gesichtspunkten abhängig.

Risiken beim Knochenaufbau

Im Allgemeinen ist ein Knochenaufbau mit nur wenigen Risiken verbunden, deren Auftreten zudem sehr gering ist. Ein Knochenaufbau wird in aller Regel gut vertragen und ist von den Beschwerden her mit einer Zahnextraktion vergleichbar. Allerdings kann ein geringes Restrisiko für Komplikation nicht ausgeschlossen werden, sodass für einen Knochenaufbau dieselben Risiken bestehen wie für jeden anderen medizinischen Eingriff.

Dazu gehört beispielsweise das allgemeine Risiko für Infektionen, Entzündungen oder Wundheilungsstörungen sowie dass das Knochenersatzmaterial unter Umständen nicht richtig mit dem natürlichen Knochen verwachsen kann und wieder entnommen werden muss. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch sehr gering, denn eine Abstoßung kommt nur in seltenen Fällen vor. Durch eine präventive Antibiotikagabe wird direkt nach dem Knochenaufbau diesen möglichen Restrisiken vorgebeugt.

Unter Umständen kann es während des Eingriffs passieren, dass die Membran, die die Nasen- und Kieferhöhle voneinander trennt, oder der Unterkiefer- und Zungennerv verletzt wird. Eine Verletzung der Membran kann mit entsprechenden Gegenmaßnahmen direkt versorgt werden. Im Fall einer Verletzung des Nervs kann sich ein vorübergehendes Taubheitsgefühl der Unter- oder Oberlippe einstellen. Nur sehr selten bleibt dieser Zustand dauerhaft.

Alternativen zum Knochenaufbau

Als konservative Alternative zum Knochenaufbau ohne Zahnimplantate können klassische Formen eines Zahnersatzes wie Zahnbrücken, Kronen und Prothesen eingesetzt werden. Je nach Ausgangssituation (fehlender Einzelzahn, Restbezahnung, Freiendsituation oder komplette Zahnlosigkeit; vgl. Rubrik Implantat-Situationen / Implantat-Szenarien), muss abgewogen werden, welche Form des Zahnersatzes den restlichen gesunden Zähnen am nächsten kommt.

Bei konventionellen Brücken müssen beispielsweise mindestens zwei gesunde und kariesfreie Zähne geschliffen werden, wobei die Folge ein irreparabler Substanzverlust ist. Der Einsatz von Zahnimplantaten bietet im Vergleich stets einen höheren Komfort und beugt Knochenabbau sowie der Fehlbelastung der übrigen natürlichen Zähne vor.

Möchte man jedoch nicht auf herausnehmbaren Zahnersatz zurückgreifen und mehr Lebensqualität durch den Tragekomfort und Sicherheit von Zahnimplantaten erhalten, gibt es speziell für den Oberkiefer Implantate, sogenannte Zygoma-Implantate, die aufgrund ihrer Länge und Positionierung auch bei und trotz bereits vorhandenem Knochenschwund im Oberkiefer eingesetzt werden können. Eine weitere implantatgestützte Alternative zum Knochenaufbau ist das All-on-4™ Konzept, bei dem eine Prothese mittels einer Stegkonstruktion auf 4 Implantaten pro Kiefer verankert wird. Teilweise geht das Konzept auch, je nach Kiefersituation, mit 2, 6 oder 8 Implantaten.

Spezialisten für Knochenaufbau

Hier finden Sie unsere bundesweite Arztsuche mit spezialisierten Behandlern für Knochenaufbau

> Spezialisten für Knochenaufbau

Kosten für Knochenaufbau

Die Kosten für einen Knochenaufbau können sehr unterschiedlich ausfallen. Was die Kosten für einen Knochenaufbau beeinflusst:

  • Die Menge des aufzubauenden Knochens
  • Die Schwierigkeit aufgrund der Position, an der ein Knochenaufbau nötig ist
  • Das verwendete Knochenersatzmaterial und entsprechende Fremdkosten
  • Ggfs. Operationskosten bei Eigenknochen
  • Die Dauer der Behandlung und damit das Honorar des Behandlers
  • Kosten für diagnostische Maßnahmen, zum Beispiel 3D-Aufnahmen des Kiefers (Digitale Volumentomographie)

Auch eventuelle Behandlungen zur Wiederherstellung der Zahngesundheit (z.B. Parodontitisbehandlung) oder die Art des verwendeten Implantats beeinflussen die Kosten für Knochenaufbau, Implantation und letztlich der gesamten Behandlung.

Empfehlenswert ist es daher, dass Patienten sich den Heil- und Kostenplan genauestens erläutern lassen und darauf zu achten, welche Leistungen und Materialien der jeweilige Behandler anbietet.

Knochenaufbau im Ausland, um Kosten zu sparen

Mitunter kann es sich lohnen, Dienstleister aus dem Ausland zu kontaktieren. Im Idealfall muss hier nicht auf Qualität verzichten werden und unter Umständen lässt sich ein kleiner oder größerer Teil der Kosten einsparen. Die Vor- und Nachteile von sogenanntem Zahntourismus sollten im Vorfeld allerdings gut abgewogen werden.

Ihre Bewertung wurde hinzugefügt...

3.8 von 5 Sternen. 52 Bewertung(en). Zum Bewerten bitte auf den gewünschten Stern drücken.